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Big Zuckerberg is watching you! Zum Umgang mit Facebook und den neuen Datennutzbestimmungen.

17. Februar 2015

Der „Big Brother“ unserer Zeit ist nicht mehr der Tyrann eines Orwellschen Überwachungsstaates. Es ist das Internet. Genauer gesagt: es sind wenige marktbeherrschende Internetkonzerne, die die Nutzer von Suchmaschinen und sozalen Netzwerken zu „gläsernen Usern“ machen wollen. Dieses in zweierlei Hinsicht und in unterschiedlicher Intensität.

Zum Einen werden Teilnehmer in Internetnetzwerken zu einer möglichst großen Selbstpreisgabe animiert. Ganz penetrant ist dabei Facebook. In dreister Aufdringlichkeit werden die Nutzer dazu gedrängt, von der Schullaufbahn, beruflichen Tätigkeit bis hin zu Vorlieben für Sportmannschaften, Filme oder Fernsehsendungen ihr Leben online zu stellen. Wer nur ein Foto einstellt, wird sofort gefragt, mit wem und wo er unterwegs war. Egal, ob er überhaupt „unterwegs“ war. Und ein Foto aus einem Facebook-Album zu löschen, ist umständlicher, als es hochzuladen.

Vor zu großer Selbstpreisgabe wird allenthalben gewarnt. Meist im Hinblick auf die Gefahr, dass sich die Nutzer vor Mitschülern, Arbeitskollegen und (zukünftigen) Chefs entblößt (im wörtlichen und übertragenen Sinne) und angreifbar für Mobbing macht. Weniger Aufmerksamkeit wird der Tatsache geschenkt, dass der Betreiber – wir bleiben mal bei Facebook – selbst Nutzen aus diesen Daten zieht. Dabei ist es zu offensichtlich: Wer Freizeitbeschäftigungen, Urlaubsorte oder sonstige Vorlieben angibt, wird mit entsprechender Werbung versorgt. Jeder Klick und jedes „Like“ wird analysiert.

Wer trotzdem diese Medien nutzen möchte – und es gibt gute Gründe dafür! -, der sollte sich seiner eigenen Absichten und der des Betreibers bewusst sein. Beispiel: Der Sinn, bei Facebook meine Schule und den Jahrgang anzugeben, ist, dass das System die Mitschüler, vorrangig die des gleichen Jahrganges ausfindig macht und mich ihnen und sie mir für Freundschaftsanfragen vorschlägt: „Personen, die du vielleicht kennst – Freund hinzufügen“. Ziel bei all dem ist also die Extremform der Vernetzung und damit der Datenverbreitung. Weil ich das nicht will und auch die Klassenzicke von damals nicht adden möchte, gebe ich meine Schule gar nicht erst an. Ganz einfach!

Die Grundregeln sind sowieso einfach. Man muss sich nur drei Fragen stellen und sie gründlich beantworten:

  1. Was will ich mit einem Posting, einem Kommentar oder einem „Like“ erreichen?
  2. Was machen damit die andern Nutzer, die das sehen? Wie wirkt das auf sie?
  3. Welchen Nutzen kann der Betreiber, hier also Facebook, daraus ziehen?

Nun hat mit der Einführung neuer Nutzungsrichtlinien und neuer Techniken bei Facebook das Ausmaß der Ausspähung eine neue Dimension erreicht. Facebook analysiert nicht mehr nur die Aktivitäten der Nutzer auf der eigenen Plattform. Es werden, enn ich das als Nichttechniker richtig verstanden habe, beim Einloggen Cookies (kleine Programme) auf den Nutzergeräten installiert, die auch beim Ausloggen aktiv bleiben und Daten über das Surfverhalten (aufgerufene Websites) und Aufenthaltsorte gesammelt, die dann mit den bei Facebook schon vorhandenen Daten abgeglichen werden. habe ich mich z. B. außerhalb von Facebook nach einem Urlaubsort oder Hotel erkundigt, kann ein Reiseunternehmer, der über Facebook Werbung macht, mir dort gezielt für mich maßgeschneiderte Angebote machen.

Okay, macher wird meinen, lieber Werbung, die meinen Interessen entspricht, als ständig Anzeigen für Kriegsspiele, obwohl ich doch Pazifist bin oder für Kontaktbörsen, obwohl mein Ehegspinst ganz okay ist. Aber es ist doch unheimlich, auf den eigenen Computer oder Handy so einen Cookie – oder soll man sagen: Guckie? – sitzen zu haben, der einen ständig beobachtet und das Gesehene unbemerkt weiterleitet.

Was also tun? Da ich nur vom PC aus ins Netz gehe, beschränken sich meine bescheidenen Kenntnisse auf die Kiste am Kabel. Über den Umgang mit mobilen Geräten mögen die schreiben, die sich damit auskennen, ich verlinke das gerne. Aber hier erstmal meine Weiheit:

Zunächst mal den Browser so einstellen, das Cookies bei jedem Herunterfahren gelöscht werden. Und auch der Verlauf, die Surfhistorie, sollte nie gespeichtert werden. Das lässt sich in den Einstellungen des jeweiligen Browsers regeln.

Wer will, kann eigens für Facebook einen eigenen Browser installieren. Solange die FB-Guckies nur innerhalb des einen Browsers arbeiten und nicht noch sonstwo auf der Festplatte ihr Unwesen treiben, ist das ein gewisser Schutz.

Aber auch an den eigenen Facebook-Einstellungen kann man arbeiten, was Facebook einem natürlich nicht frei heraus erzählen wird. Und das geht so (zum Vergrößern der Bilder draufklicken):

1. Klicke bei Facebook oben in der blauen Leiste auf das Vorhängeschloss „Privatspäre-Verknüpfungen“, dann auf „Weitere Einstellungen anzeigen“.

2. Dann in der linken Spalte auf „Werbeanzeigen“:

Guide 1

3. Es erscheint ein längerer Text, der (natürlich aus Facebook-Sicht) über das Verfahren informiert. Innerhalb des Textes ist ein Link in blauer Schrift zur „European Digital Advertizing Alliance“. Klicke dort drauf und rufe damit deren Site auf:

Guide 2

4. Wähle die Ländereinstellung, damit dir das Site in der richtigen Sprache angezeigt wird.

Guide 3

5. Entweder das Präferenzmanagement mit der Schaltfläche in der Mitte (gelber Pfeil) gleich komplett abschalten (einfacher Weg) oder mit der linken Schaltfläche (roter Pfeil) die Detaileinstellungen aufrufen:

Guide 4

6. Dann erscheint wieder ein Text (durchlesen!) mit einem Link. Auf den Link klicken:

Guide 5

7. Mit der roten Schaltfläche „bei allen Anbietern deaktivieren“:

Guide 6

8. So, eigentlich wären wir nun fertig! Wenn denn alles geklappt hätte. Hat es aber wahrscheinlich nicht. Also sicherheitshalber die Fehlermeldungen ansehen und es erneut versuchen: entweder per Hand, also einzeln bei jeder der Firmen auf „Aus“ klicken, den Vorgang mit der gelben Schaltfläche wiederholen oder es noch einmal mit der roten Schaltfläche probieren. Wenn es immer noch nicht klappt, das Ganze an einem anderen Tag noch einmal durchexerzieren.

Guide 7

Viel Erfolg!

Und nicht vergessen:

Big Zuckerberg is watching you!

And Uncle Google does it too!

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From → Neue Medien

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