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Was ist ein guter Blogpost? Erfahrungen eines Nischenbloggers.

15. Juni 2015

Welche waren eure erfolgreichsten Blogartikel und was denkt ihr warum diese so erfolgreich geworden sind?

Diese Frage stellt Monika Steiner in Cloudworkers Portal in ihrer Einladung zu einer Blogparade. Dazu diverse Detailfragen:

1. Welcher eurer Blogartikel ist der beliebteste? (Bemessen an Zugriffszahlen, Kommentaren, Share´s, etc.)

2. Was denkt ihr ist aus eurer Sicht der Grund weshalb diese Artikel so erfolgreich wurden?

3. Was habt ihr dadurch gelernt bzw. für die Zukunft an Erfahrung mitgenommen?

4. Was würdet ihr auf eurem Blog / in euren Blogartikeln definitiv nicht mehr machen?

5. Welche drei Tipps würdet ihr, jungen Bloggern mit auf den Weg geben, die ihr euch damals gewünscht hättet?

Masse Stoff, über den man reden kann. Darüber könnte ich jede Menge schreiben! Viel schreiben macht Texte lang. Das ermüdet die Leser. Dieser Blogpost wird also kein guter werden. 😉

Tipp: Die optimal lesefreundliche Textlänge eines Artikels passt auf eine Bildschirmseite. Der Leser sieht sofort, dass er den Beitrag zügig bewältigen kann. Bei längeren Texten wird die Lektüre eher abgebrochen oder auf später (nie?) verschoben.

Demnach müsste ich hier also schon aufhören. 😀 Das wäre natürlich Unsinn! Also:

Tipp: Nimm Ratschäge zur Kenntnis. Aber lasse dich dadurch nicht einschränken! Finde deinen Weg.

Statistik 1 Aber stöbern wir doch einmal in meinen Blogs – es sind drei – herum. Dieser hier, Textschiff, ist alles andere als erfolgreich. Zumindest, was die Zahl der Aufrufe, Likes und Kommentare betrifft.

Vielleicht liegt das daran, dass ich eigentlich kein typischer Blogger bin, sondern viel lieber in Foren diskutiere. Ich liebe den Diskurs: das Gegenüberstellen von verschiedenen Meinungen, das Argumentieren, sich in Frage stellen Lassen, die eigenen Gangpunkte überdenken und aus der Sicht anderer betrachten…

Gebloggt habe ich zunächst nur am Rande, als Ergänzung von Forenbeiträgen in jenen Webcommunities, die diese Möglichkeit boten. Nur steht es um die Diskussionskultur im Netz nicht gerade zum Besten. Viele empfinden eine andere Meinung nicht als eine bereichernde Herausforderung an das eigene Denken, sondern als persönlichen Angriff. Dann wird schnell gepöbelt und geflamed. Da hat dann schon mancher Webmaster das Handtuch geworfen und sein Forum geschlossen. Dann immer musste ich Artikel, die mir am Herzen lagen, kopieren und dort in Sicherheit bringen, wo ich Herr im Hause war. So begann dieses Weblog: als ein etwas unstrukturiertes Sammelsorium.

Das geringe Echo stört mich wenig. Zahlen bespielsweise sind nämlich nicht unbedingt ein Zeichen von Qualität. Außerdem kann sich das ändern, wie das Bild oben zeigt. Gerade gestern hat sich was getan. Traffic

Was war da los? Ein Artikel, der seit Erscheinen sofort den Spitzenplatz in meiner Statistik eingenommen hatte, war von irgendjemandem auf Facebook verlinkt worden (keine Ahnung, wo genau und von wem) und verzeichnete erstaunlich viele Klicks. Statistik 2

Aber was bescherte diesem Beitrag solchen Erfolg? Er behandelt das Verhalten des Betreibers von Facebook gegenüber seinen Nutzern. Das Thema bewegt viele Leute, so scheint es. Es ist von medienpolitischer Relevanz. Ich hatte nicht nur die gereizte Stimmung im Netz aufgegriffen, sondern auch zu einem kritischen Umgang mit Facebook und den modernen Medien aufgerufen. Das scheint nicht nur mir wichtig zu sein.

Tipp: Schreibe zu relevanten Themen, die die Menschen  umtreiben. Aber nur, wenn du etwas beitragen kannst, was die Leser weiter bringt.

Mein vielleicht wichtigster Text ist aber ein anderer. Er ist mir wichtig, weil er ein politisches Vermächtnis enthält, das ich gern an die nächste Generation weitergeben möchte. Viel gelesen wurde er nicht. Kein Wunder, denn er hat alle Merkmale eines miserablen Blogposts. Der Titel sagt nichts über den Inhalt, genau so wenig die umständliche Einleitung. Der Text ist irre lang. Der Mittelteil hat einen ermüdend belehrenden Ton. Vielleicht hat sich deshalb die Adressatin (eine reale Person) des in Briefform gehaltenen Artikels nicht eingehender dazu geäußert.

Tipp: Halte keine Vorlesungen. Erzähle Geschichten. Berichte farbig von interessanten Erlebnissen.

Aber dafür las ihn jemand anderes. Nämlich eine junge Bloggerkollegin, die ich vorher nur beiläufig zur Kenntnis genommen hatte. In ihrem Blog OP-Tisch-Pilotin schreibt sie über den Umgang mit ihrenschweren Erkrankungen. Und über Flugzeuge. Da ich leidlich gesund bin und plane-spotting nicht zu meinen Hobbies gehört, hatte mich das zunächst nicht sonderlich interessiert. Aber das Mädel hat meinen Beitrag kommentiert und weiterverlinkt. So entstand ein Austausch, – ich lernte eine in aller körperlicher Schwäche unglaublich starke, intelligente, kreative und humorvolle Teenagerin kennen, die ich bald ins Herz schloss! Sie war es, die meinen langen Brief gelesen und begriffen hatte! Und diese eine Leserin ist mir wichtiger als Hunderte von Klicks auf der Statistik. Zahlen sind nicht unbedingt Zeichen von Qualität, so schrieb ich weiter oben. „Häufig aufgerufen“ heißt auch nicht gleich „gern gelesen“, sondern vielleicht nur „gut verschlagwortet“.

Tipp: Wähle treffende Schlagworte. Versetze dich dabei in die Rolle eines Websurfers: Mit welchen Suchbegriffen könnte er auf deinen Beitrag stoßen? Wähle einen griffigen Titel. Mache in den ersten Sätzen klar, worum es geht.

In meinem zweiten Blog Glaubenstexturen schreibe ich aus christlicher Sicht zu religösen Fragen. Sicher kein Main-Stream-Thema. Aber das Gute an Blogs ist ja gerade, dass man sich nicht um Quote kümmern muss. Es sei denn, man will Geld damit verdienen, aber das ist nicht mein Ziel.

Ein schon mehrere Jahre alter Beitrag dort wird immer noch täglich mehrmals aufgerufen. Schön, könnte man denken. Aber, – meine Güte! -, das Thema des Posts ist wirklich nicht der Kracher! Die Leute suchen, wie ich manchmal in der Statistik sehen kann, nach einem Widmungstext, den sie in eine Bibel hineinschreiben wollen. Nun, wenn ich ihnen helfen kann: schön! Ich helfe gern!

Aber wichtiger wäre es mir, sie würden sich damit befassen, wie man mit diesem geheimnisvollen Buch überhaupt umgeht. Oder sie würden sich mit Grundfragen des Glaubens befassen. Da gäbe es echt viel zu diskutieren. Soll man aber auf Themen verzichten, die nicht so gängig sind? Nur, weil sie nicht die Masse ansprechen? Ich meine: nein!

Tipp: Du kannst nur dann authentisch sein, wenn du nicht auf die Quote schielst. Begreife deinen Blog als Alternative zu kommerziellen Printmedien, Rundfunk und Fernsehen. Auch als Alternative zu anderen Blogs. Mach etwas Anderes! Nur dann kommt Vielfalt zustande.

Um noch eins draufzusetzen: Mein dritter Blog, Erdlingskunde, hat eine extrem kleine Zielgruppe. Dort schreibe ich für Autisten: eine Minderheit von nur 1 % der Bevölkerung, Menschen mit z. T. besonderen Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensweisen. Also wieder nicht quotentauglich. Als Nichtautist, der für (nicht über!) Autisten schreibt, bin ich ein Exot. Aber ich mache etwas, was in dieser Form niemand sonst macht. Manche runzeln die Stirn darüber, aber ganz viele Autisten haben die Erdlingskunde in ihrer Blogroll verlinkt.

Tipp: Baue dir im Web ein Netzwerk unter Bloggerkollegen auf. Verknüpfe deinen Blog (auch einzelne Artikel) in passenden Communities. Verknüpfe andere Blogs mit deinem.

Am meisten Resonanz hat dort aber ein Beitrag gefunden, der an Menschen außerhalb dieser kleinen Szene gerichtet ist, nämlich dieser hier. Warum? Wohl deshalb, weil ich Partei ergriffen habe. Daher mein letzter

Tipp: Engagiere dich! Ergreife Partei! Setze dich ein!

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From → Neue Medien

4 Kommentare
  1. Was wäre die Bloggerwelt, wenn alle nur noch bloggen was anderen gefallen könnte und das dann auf möglichst angenehm zu lesende Art und Weise. Ich lese meine Lieblingsblogs weil ich dahinter die Menschen lesen kann. Menschen mit all ihren langweiligen und spannenden Themen sie sie so beschäftigen, mal kurz gefaßt und mal ewiglang dargebracht. Je mehr Mensch dahinter steckt, desto lesenswerter wie ich finde.

  2. Ich bin gerade sehr froh, auf dich und deine Blogs gestoßen zu sein.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Eure besten und erfolgreichsten Blogartikel!

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